
Ich weiß, ich weiß, eigentlich fangen diese Artikel immer mit “Introducing…” an, aber nun ja, heute geht’s um Betti und die bedarf nun wirklich keiner Vorstellung sondern vielmehr der Huldigung. Die Betti heißt eigentlich Bettina Kupsa, ist Barfrau in der 3 Freunde Bar und ne echte Hamburger Kiezbraut (die Österreichischen Wurzeln unterschlag ich hier mal…).
Betti ist ne Bombe, oder besser ne Atombombe. Und damit meine ich nicht, dass sie Tod, Angst und Schrecken verbreitet, sondern vielmehr, dass ihr Einschlag nen verdammt bleibenden Eindruck hinterlässt – also im positiven Sinne versteht sich.
Ich liebe Betti, weil sie schlau ist. Und laut. Und sexy. Und Stil hat. Und weil sie dreckige Witze erzählt. Und weil sie liebt was sie tut. Und tut was sie liebt. Und weil alles doppelt so viel Spaß macht, wenn sie dabei ist.
Für alle die, die noch nicht das Privileg hatten Betti kennen zu lernen, hier ihre Geschichte:
“Wie alles begann:
Meine Affinität zur Gastronomie hat sich schon ziemlich früh gezeigt:
Ich komme aus Österreich – genauer gesagt aus der Südsteiermark, der Herzregion des Weinbaus – wo der Genuss von Alkohol zum täglichen Leben, ja sogar zum sogenannten „Guten Ton“ gehört.
Schon früh zeigte sich, dass Unabhängigkeit ein wichtiger Punkt in meinem Leben sein würde. Ich zog schon mit 12/13 los um mir einen Job zu suchen und landete in einer unserer Dorfgaststätten wo ich nun Sonntags hinterm Tresen Getränke für die illustre Nachbarschaft einschenkte – nix großes – Bier, Wein, Spritzer und Obstler. So habe ich meine Schulzeit verbracht, mir immer was dazuverdient und hatte meinen Spaß!
Nach dem Abi gings dann recht schnell nach Hamburg – die Stadt, an die ich vom ersten Moment an mein Herz verloren hatte. Recht schnell kam dann das Angebot eine Kneipe mitten auf St. Pauli zu übernehmen. Meine kleine „Rote Laterne“. Schön war’s, aber nach knapp 1,5 Jahren war es dann vorbei mit dem Spaß. Mit 21 hatte ich deutlich besseres zu tun, als mich mit Buchhaltung, Zahlen und Personalproblemen zu beschäftigen.
Ich kam aus der ganzen Sache mit einem blauen Auge raus und mein guter Freund und damaliger Mentor bot mir sofort einen Job in seiner Kneipe an. Alles schön und gut: aber das konnte doch nun nicht alles sein. Ich fing also an zu studieren: Marketing- Kommunikation. Lief auch alles gut. Ich hab abgeschlossen und kam wie die Jungfrau zum Kind – zu einem neuen Job in einer Eventagentur. AHA! Wollte ich das? Keine Ahnung. Machen! Aber den Job in der Kneipe aufgeben – NIE IM LEBEN!
So führte ich die nächsten Jahre mein kleines Doppelleben: Tagsüber im Büro und nachts hinter der Bar auf dem Kiez in St. Pauli. Nachfragen und gute Ratschläge wie: „Wäre es nicht an der Zeit die Kneipe an den Nagel zu hängen?“ wurden immer nur freundlich aber bestimmt abgewunken. Während dieser Zeit habe ich auch angefangen mich intensiv mit dem Thema Kommunikation zu beschäftigen und machte nebenher noch meinen Business Coach.
Die Zeit zog ins Land und ich wurde immer unzufriedener in meinem Tagesjob. Zuviel Druck, Terminstress, Projektkrams etc. Den Nachtjob aufgeben? No way! Also was tun?
Die Stimme meiner Mutter, „Wer nichts wird, wird Wirt!“ wurde immer leiser und so hab ich im Frühjahr 2010 entschieden nur noch das zu tun, was mir Freude bringt: Hinter der Bar stehen… Also: Job kündigen und jemand suchen, der sich damit auskennt.
Mein Weg führte mich ins „Blaue Barhaus“, wo ich mein Wissen über Alkohol und Drinks vertiefen und ausbauen konnte. In dieser Zeit habe ich jede Menge interessanter und wunderbarer Menschen kennen gelernt, die mich und mein Vorhaben unterstützten.
Dann hatte ich das Gefühl mein Wissen noch untermauern zu müssen, meinen Entschluss das reguläre Leben hinzuschmeißen zu legitimieren. Also war ich 5 Wochen in Rostock um meinen Barmeister zu machen. Vorab wollte ich schon hinschmeißen, so schlecht war das Feedback auf diesen Plan…. Hab ich aber nicht und war da – mit 13 anderen Menschen – natürlich nur Männern. Und? Es war eine tolle Zeit und ich hab wirklich viel gelernt. Dass ich die Beste in meinem Kurs war wollte ich eigentlich nicht erwähnen, oder doch..? ;))))
Seit April bin ich nun wieder in Hamburg und arbeite – unter anderem – in der „3Freunde Cocktailbar“. Dort konnte ich mich vom ersten Tag an voll einbringen, vieles ausprobieren und mich frei entfalten. Ich freue mich auf die Zukunft, auf weitere spannende Projekte und neue Menschen. Die Zeit wird zeigen, wohin die Reise geht…
Ob ich je Probleme mit Männern hatte? Viele! Im Job? NIE! Ganz im Gegenteil – es waren in erster Linie Männer, die mich unterstützt haben und mir mit Rat und Tat zur Seite standen. (Naja, Frauen gab’s unter den Kollegen wahrscheinlich auch nicht viele… #Anmerkung Redaktion#)
Fazit: Ich liebe meinen Job und ich liebe Menschen! Womit wir dahin kämen, worüber ich mich oft ärgere: Ja, ich finde es auch gut immer das älteste und „beste“ Rezept für einen Drink zu wissen. Ja es ist toll immer noch einen besseren Bitters zu haben und ja, wir können alles bis zur Perfektion ausreizen! ABER: Bitte vergessen wir nicht was wir am Ende des Tages sein sollten: Nämlich Gastgeber – keine Lehrer und Besserwisser – sondern GASTGEBER!
Für den perfekten Drink würde ich bestimmt weite Wege in Kauf nehmen, aber für das Gefühl willkommen zu sein würde ich auch wiederkommen!
In diesem Sinne,
Dickes Küsschen
Betti”
Sympatisch!
Geschrieben und beschrieben.
Liebe Christina,
ich moechte nur eines sagen.
Bitte nicht die Österreichischen Wurzeln unterschlagen und schon gar nicht die Steirischen!
P.S. Macht Spass die Gruetze zu lesen….
Walter
Nouripour: Ich bin ein Mann. Das heißt, ich bin nicht in der Lage flexibel mit meinen Emotionen umzugehen. Weil ich so viel Leid erlebt habe in den vergangenen Jahren, kann ich noch gar nicht auf meine derzeitigen Glückshormone eingehen. Wenn wir am Ende der Saison noch so weit oben sind, brauche ich einen Therapeuten, der mir das erklärt.