Introducing…Diana Deege

Tada! Endlich tut sich wieder was in meiner Grützesammlung. Ich hatte euch ja schon vor geraumer Zeit angedroht, dass ich durchaus noch die ein oder andere coole Braut für meine Barfrauenreihe auf dem Kieker hab und da der liebe Herr Wüstenhagen mir ein wenig Feuer unterm Hintern gemacht hat – von wegen “wenn du eh nichts mehr drüber schreibst, kann ich das ja machen” – hab ich mich aufgerappelt und mir einige neue Geschichten gefangen.
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Und mit einer wirklich coolen Braut will ich auch gleich anfangen. Scharfes Teil trifft es eigentlich auch ganz gut. Es geht um eine kluge Giftmischerin mit großem Herz und weit über zwanzig Jahren Barerfahrung.
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Aber ich überlasse ihr lieber gleich selbst das Wort, denn sie kann ihre Geschichte viel besser erzählen als ich…viel Spaß beim Lesen!
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“Als Kind einer Gastrofamilie ist es vermutlich genetisch vorprogrammiert, dass man irgendwie selbst auch in der Gastronomie landet. In meinem Fall hat das ganze in den 70er Jahren im Schwimmbadimbiss meiner Tante begonnen.
Zum Pommes braten war ich damals noch zu klein, deshalb überließen sie mir den Job, die Pfandflaschen anzunehmen. Schicksalhaft für mein weiteres Berufsleben, wie sich herausgestellen sollte.
Das – festhalten – Sommerbad Kreuzberg war in den 70ern schon rappeldicke voll und Bier (gelegentlich auch mal ne Cola) wurde in Massen konsumiert. Ergo hatte ich mit 8 oder 9 Jahren meinen ersten Hochgeschwindigkeitsjob.
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Naja und Kreuzberger Tagen folgen ja bekanntlich die Nächte, die mich dann recht schnell aus Morpheus Armen rissen. Zum Leidwesen meiner Eltern! Statt der geplanten Ausbildung hab ich nach dem Schulabschluss lieber hinter diversen Tresen gestanden. Falls “echte” Berliner zu den Lesern gehören sollten, könnte es an dieser Stelle peinlich für mich werden. Glorreiche Discos wie Linientreu, Big Apple, Flashdance, Roller Skate Center…gehören da auf jeden Fall auf meinen Zettel.
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Das Frau-und-Tresen-Ding war damals noch ein großes Thema. Normalfall wäre gewesen, ich hätte im Service gearbeitet, aber das funktioniert bei mir nicht. Ich würde die Hälfte der Bestellungen nicht hören, denn mein rechtes Ohr ist nur noch zur Zierde an seinem Platz und ohne Funktion.
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Ich kann mich nicht erinnern mit den männlichen Kollegen Probleme gehabt zu haben, eher waren es die Chefs bei denen man Überzeugungsarbeit leißten mußte.
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Dann später in München war das anders. Da waren die Chefs so leicht zu behandeln wie Buntwäsche und haben fast alles für eine gute Barfrau getan. Da gab´s dann auch die Vollprofis, die mir den vollen Input verpasst haben. Während Ende der 80er in Berlin noch Grüne Wiese und Futschi als Cocktail galten, haben mir die Jungs in München bereits die abgefahrensten Cocktairezepte beigebracht. Learning by doing ist ein harter Job wenn du in nem Laden mit 1200 Gästen stehst…
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In den vergangenen 25 Jahren (oder so) hab ich gefühlte 1000 Tresen gesehen aber meine Tendenz ging nie in Richtung “gehobene Gastronomie”. Das war mir schon immer zu zugeknöpft und, by the way, zu fake. Ich bevorzuge Rock´n´Roll, volle Tresen, laute Musik, arbeite lieber unter Druck als unter Beobachtung. Lob und Hudel sind mir egal. Ich brauch keinen Award und wenn ich mal irgendwo ein Rezept einreiche, dann tue ich es für Vati (Tom Zyankali). Überhaupt, mein Herz schlägt schwarz gelb und das meine ich nicht politisch! Wären da nicht Tom und seine Zyankali Bar, ich wäre wohl schon lange nicht mehr aktiv am Tresen.
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Wenn ich in meinem Job irgendwas gelernt habe, dann dass wir alle Menschen sind. Die hinter und die vor dem Tresen…”
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3 Antworten auf Introducing…Diana Deege

  1. Olaf WüstenhagenNo Gravatar sagt:

    Tolle Frau…
    Coole Vita. Vor allem München.
    Zyankali. Verrückte Bar. Ich glaube sie kann aber mehr als nur Zyankali. Schade, dass das schon alles war.
    Aber irgendwann ist man auch angekommen.
    Hauptsache du hast Spaß.
    Ein Negroni im Reagenzglas bitte….! Daaanke.

    Gruß aus Hamburg

  2. Tom ZyankaliNo Gravatar sagt:

    @Olaf: Zyankali könnte insgesamt mehr, wenn die Gäste älter wären und das mehr das wir können auch haben/bezahlen wollten/könnten. Wir arbeiten dran…

  3. drinkmixNo Gravatar sagt:

    Toll etwas über Kolleginnen zu erfahren und zwar ein bisschen mehr als nur das was man an Cocktailfotos auf Facebook sieht…

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