LVMH kanns eben doch!

Also erstmal vorweg: diesen Post schreibe ich eigentlich nur aus einem einzigen Grund, und zwar um euch alle ganz furchtbar neidisch zu machen.

Jeder, der mich kennt, weiß daß ich mich eher für hochprozentige Amerikaner begeistere, als für französische Brause. Aber heute muß ich trotzdem mal. Mich begeistern. Für Brause.

Mir wurde nämlich am Montag eine ganz besondere Ehre zuteil. Während wir uns andererorts noch über das Marketing des Hauses LVMH stritten, wurde ich eingeladen an einer verkaufsfördernden Maßnahme der anderen Art teilzunehmen. Einer Krug Schulung in Frankfurt um genau zu sein.  Naja, es wird wieder mal was über Champagner erzählt, was ich wahrscheinlich sowieso schon weiß, wir trinken ein wenig Grande Cuvée und am Ende gibt’s wieder ein wunderhübsches Infoheftchen mit vielen schönen Bildern und wenig Inhalt…dachte ich.

Weit gefehlt! Das Atelier Amador sah dann doch mehr nach Sternerestaurant als nach Höhrsaal aus und die Flaschen, die da bereitstanden, verursachten mir schon leichte Schweißausbrüche. Nein Christina, ruhig bleiben, die sind nur zum angucken. Die machen die niemals auf…hab ich mir gesagt. Schon wieder falsch. Sie haben sie aufgemacht – alle. Vom Clos d’Ambonnay 1996, über Clos du Mesnil 1998, Vintage 1998, Collection 1985, Rosé, bis hin zum “normalen” Grande Cuvée kam alles ins Glas – das Ganze begleitet von spannenden Hintergründen zur Entstehung der einzelnen Weine erzählt von Olivier Krug und einem großartigen 3-Gänge Menü aus dem Hause Amador.

Und – oh Wunder – ich habe einen neuen Lieblingschampagner. Nein, es ist nicht der Clos d’Ambonnay und auch nicht der Clos du Mesnil (wenn auch nur knapp geschlagen). Es ist der Krug Collection 1985, ein Beweis dafür, daß guter Champagner ganz hervorragend altern kann.

Aber was hat das ganze außer dieser Erkenntnis gebracht? Nun, ich würde sagen ne Menge. Mal ehrlich, wer von uns geht regelmäßig in Sternerestaurants und legt schonmal locker nen Nettomonatslohn für ne Flasche Schampus auf den Tisch? Wohl eher wenige bis gar keiner. Und wie soll ich den Gast überzeugen, soviel Geld auszugeben für etwas, daß ich nichtmal kenne? Jetzt weiß ich wenigstens wovon ich rede und daß es tatsächlich einen bemerkenswerten Unterschied gibt. Zu beurteilen, ob dieser Unterschied die Preisdifferenz zwischen z.B. einem Dom Perignon und einem Clos du Mesnil rechtfertigt, überlasse ich dann doch lieber den Menschen, die sich das leisten können.

Auf jeden Fall bin ich jetzt um eine seltene Erfahrung reicher, für die ich mich kaum genug beim Hause Krug bedanken kann. Ich kleines, naives Marketingopfer…

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